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erlebt in Magdeburg von Jan Brill aus (Pilot und Flugzeug) 8/2004
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..............Geradezu groteske Formen nahm dies beim Abflug am Nachmittag an. Es scheint dem teutonischen Flugzeugführer schier unmöglich zu sein, ohne das entsprechende Kopfnicken eines Oberluftbeaufsichtigers den Gashebel seiner Maschine nach vorne zu schieben, auf die Startbahn zu rollen, bei der Vr das Steuerhorn nach hinten zu nehmen und unter aufmerksamer Beobachtung des Platzverkehrs und der Infofrequenz seines Weges zu fliegen.
Genau dieser Akt ungeheuerlicher Anarchie wird aber an einem unkontrollierten Flugplatz von ihm verlangt. Ob dann noch ein Flugleiter die berühmten Worte: „der Wind zwo sechs null mit zehn, die Bahn ist frei“ in den geduldigen Äther spricht, ist dabei vollkommen unerheblich. So kam es denn auch, dass der abfliegende Verkehr in Magdeburg teils gänzlich zum Erliegen kam. Denn es war viel Verkehr rund um EDBM. Vorbeiflüge, Schleppzüge, An- und Abflüge. Alles schön nach see-and-avoid. Da war es dem wackeren Flugleiter eben nicht immer möglich, den flugwilligen Piloten am Abflugpunkt jenes rituelle Startlaufgebet mit ins Cockpit zu geben. Das Ergebnis: Man stand, und stand, und stand. Wie ein Esel vor der Brücke, weigerten sich die Piloten, ihrem Handwerk (dem Fliegen nämlich) nachzugehen.
Ohne Spruch vom Flugleiter kein Start. Sollen die hinteren doch das Avgas verbraten, wie sie wollen. Das führte dann dazu, dass einem Piloten, der das Prinzip offensichtlich verstanden hatte, schließlich der Kragen platzte und er auf der Infofrequenz den Flugleiter bat, doch die störrischen Flugpioniere darauf hinzuweisen, dass der Start (wie auch der Flug und eigentlich das ganze Leben) in ihrem eigenen Ermessen läge und durchaus auch mal erfolgen könnte.
Bildlich kann man sich die Situation in so manchem Cockpit vorstellen. Der Motor läuft, hinten wird gedrängelt, man schwitzt: „irgendwas stimmt nicht, irgendwas mache ich falsch... irgendwer muss mir doch jetzt eine Erlaubnis für irgendwas geben, oder wenigstens etwas verbieten!!“
Geradezu hilflos funkte der Flugleiter auf immer neue Anfragen nach „Rollfreigaben“, „Ausflugrouten“ und „Einflugerlaubnissen“ dem einen oder anderen Aeronauten entgegen: „ja dann machen Sie doch!“.
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Was ist zu tun? Что нужно делать? What is to be done?
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Es wird besser und sicherer wenn alle Piloten den Funkverkehr so durchführten, als wenn kein Türmer (Flugleiter) da wäre. Seine Hinweise zur Betriebspiste und Wind zur Kenntnis nehmen (auch beachten!) und häufige und genaue Positionsangaben an die anderen (unsicht- und -hörbare) Luftverkehrsteilnehmer geben. Nur der verantwortliche Flugzeugführer ist für die Sicherheit in der Luft zuständig. Der Türmer ist kein Flugleiter!
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Wenn der Türmer die zögerlichen und unwissenden Flugzeugführer einfach am Rollhalt mal stehen läßt und das Startlaufgebet nicht gibt ! Das gibt Spaß für die Zuschauer und wird einen deutlichen Lerneffekt für unwissende Flugzeugführer haben (weils Geld kostet!).
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Wenn alle Fluglehrer sich ihrer Verantwortung bewußt werden und den Flugschülern vom Beginn der Ausbildung an, die Gefahren einer geräuschlosen Fliegerei erklären und bewußt machen. Was nicht gelernt und geübt wird kann später nicht erfüllt werden!
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Dass der Gesetzgeber die Regeln und auch den Funkverkehr praxisnah auch für Flugplätze ohne Flugverkehrskontrollstelle darstellt (z.B. NFL I ). Erforderlich ist dringend, sich an internationale (ICAO) Regeln und Geflogenheiten (z.B.CTAF) anzulehnen. Ein kleiner Lichtblick wär es schon, die vorhandenen, gültigen Regeln und Verantwortlichkeiten in einen logischen und verständlichen Zusammenhang zu bringen.
(zum Beispiel Platzrundenhöhe)
Eine Möglichkeit könnte es sein, den Türmer nicht als Flugleiter zu bezeichnen. So würden hier schon potentielle Mißverständnisse ausgeschlossen werden. (z.B.: Flugplatzoperator, Türmer, Platzservice, Informierer, mit Funkgerät ausgestatteter Servicemitarbeiter am Boden)
Wichtig wäre es auch, den Piloten die Möglichkeiten zu bieten, sich ohne zusätzliche Kosten umfassend zu informieren (z.B. Internet).
Was da kostenlos und aktuell im Internet jederzeit möglich ist, hier am Beispiel von Cincinnati-Blue Ash (KISZ) mit einer 1100m Piste, vergleichbar mit Oppin-EDAQ (alle Infos , Flugvorbereitung , Video). Es gibt keine Landegebühr, ein Flugplatz ist Infrastruktur jeder Gemeinde!!!! Jedes landende Flugzeug bringt irgend etwas in die Gemeinde! Ein sehr schönen Ausspruch: Ein Kilometer Straße (oder Schiene) führt nirgendwo hin, ein Kilometer Landebahn verbindet die Welt!
Bei uns geht das leider so, guggst Du hier!
Diese unselige und gefährliche Flugleiterei an unkontrollierten Landeplätzen gibt es nur in Deutschland und hat viele vermeidbare tödliche Flugunfälle zur Folge gehabt.
Leider werden wir zukünftig hier weitere Unfälle dieser Art besprechen müssen. Ich hoffe nur, davon selbst nicht betroffen zu sein. Darauf hätte ich aber nur einen Einfluß, wenn ich komplett aufs Fliegen verzichten würde!
Guggst Du hier!
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